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03 März 2009

Warum Camping ?!

Seit 2001 sind wir mit dem „Camping/Outdoor-Virus“ infiziert. Seit 2006 als Zelter bzw. seit 2005 mit der Hauptbeschäftigung Fahrrad fahren (Also nicht nur Richtung Biergarten ;-) .
Gestartet per Wohnmobil nach Schweden/Norwegen, mittlerweile per Fahrrad & Zelt eher in den Bergen bzw. Südeuropa. Bis 2001 verschiedene durchaus schöne Pauschalurlaube gemacht. Immer Nebensaison in unteren Mittelklasse-Zimmern, denn Zimmer sind eh nur zum Schlafen da. Waren glaube ich nicht der klassische Pauschalurlauber, aber das denken wahrscheinlich alle Pauschalurlauber ;-)
Irgendwie lockte das Abenteuer, aber wohl von der Erziehung her waren/sind wir relativ konservativ / ängstlich. Mit ein Grund Richtung Schweden den ersten Campingurlaub zu machen war, dass wir uns hier besonders saubere gepflegte Campingplätze mit schöner Aussicht erhofft haben. Was übrigens auch genau so war. Leider neigen wir heute noch dazu, uns zu viele Gedanken im Vorfeld zu machen. Aber ich werde lockerer ;-)
Camping kannte ich eigentlich nur aus der Jugend, hier mit entsprechender Low Budget Schrott Ausrüstung und es ging damals weniger um Natur als ums hochprozentige Trinken. Dementsprechend war das Kreuz auf der guten Luftmatratze auch durchgenudelt, und Zelten bzw. Camping hatte eigentlich nichts mit Urlaub zu tun. Vertrat immer die These das ein schlechtes Zimmer besser, ist als ein gutes Zelt, zumindest im Regen. Und mit dem eigenen Auto in den Urlaub zu fahren kam mir mit meinen damaligen Autos, die eher betont cool, also eher Richtung Oldtimer gingen, nicht in den Sinn. Dafür war ich einfach zu oft Gast in der KFZ-Werkstatt. Hatte wohl auch im Hinterkopf das Vorurteil, das Camping eine Art "Arme Leute" Urlaub wäre. Tja, so kann man sich täuschen, wenn man keine Ahnung hat. 
Gerade zu Beginn habe ich mir viele Gedanken gemacht, und versucht für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Sprich, auch wenn das finanzielle Budget es nicht wirklich hergibt, am liebsten von allem das Beste und gegen alles gerüstet. Der erfahrene Camper wird sich hier amüsieren, aber wenn keine Erfahrung auf dem Gebiet hat, neigt man zum Übertreiben. Sprich, eigentlich spielt bei den Überlegungen das schlechte Wetter eine viel größere Bedeutung. Denn man ist es ja nicht gewohnt vom Wetter „zumindest nachts“ eventuell so beeinflusst zu werden. Deswegen kam für uns Angsthasen zuerst eigentlich nur die Variante mit einem festen Dach über dem Kopf infrage. Das Blech vermittelt feste 4 Wände und der Motor das Gefühl von Freiheit. Und schon machte ich mir weitere Gedanken, regen OK, aber was ist, wenn es zu warm wird ;-) Wenn mir das Kleingeld zur Verfügung gestanden hätte, hätte ich bestimmt noch eine Klima-Anlage mit einbauen lassen. Es gibt so viel zu bedenke:  Kosten, Platz, Qualität, schneller Auf- und Abbau, Gewicht, Pflege etc. Eigentlich ein Fass ohne Boden.
Aber immerhin hat es für eine Markise gereicht! Sind also mit einem umgebauten 210D Mercedes-Bus losgetuckert. Da es das erste Mal war, entsprechend Geld ausgegeben, um eine Campingausrüstung zusammen zu bekommen. Will hier jetzt keine Reiseberichte vom Stapel lassen. Die Reisen haben wirklich Spaß gemacht, und wir haben uns langsam ans Campen rangetastet. Erfahrung ist halt der beste Lehrmeister.

Vorteile Camping ohne Feste Reservierung:
+ Keine zeitlichen / örtlichen Zwänge
+ Abfahren, wann man will
+ Wohin man will
+ Wann man will
+ Weiterfahren, wenn man will
+ Bleiben, wenn man will
Das bedeutet für uns schon keinen Stress in von beginn an. Z.B. Zug/Flugzeug etc. kriegen/verpassen. Oder urlaub, warum auch immer abbrechen. (2006 Nicole wurde im Urlaub ernsthaft Krank)
Herrlich Urlaub vom ersten Tag an. Nah an/in der Natur.
Man lernt wieder die Dinge zu schätzen bzw. als nicht selbstverständlich anzusehen. Wasser zum Kochen hohlen / von Hand Spülen / warmes Wasser zum Duschen etc. Wir staunen immer wieder, mit wie wenig man auskommen kann. Natürlich ein echter Luxus, wenn man nicht wirklich muss ;-)
Wie schon erwähnt, unsere ersten Reisen waren per Wohnmobil. Im Nachhinein, für uns zu Stressig. Die ersten Jahre sind wir wirklich jeden Tag weiter gezogen. Das Mobil Reisefertig mache / neuen Platz suchen (noch ohne Navi) / ausrichten / Küche vorbereiten / Schlafen vorbereiten. Im Prinzip haben wir uns selbst gehetzt. Hauptfehler, jeden Tag weiter mit dem WoMo. Schön gemacht zu haben, aber wir haben fertig!

Ab 2005 deutlich ruhiger angehen lassen (ca. 3-5 Tage an einem Ort), auch weil wir die Fahrräder ernsthaft für uns entdeckt haben. Hatten zwar immer die Fahrräder dabei, aber mehr sporadisch. Man kann sagen hier haben wir unser Ding gefunden. Wobei das WOMO eigentlich noch zu unflexibel ist. Mit einem Zelt + normalen Auto sind Tagesausflüge oder Einkäufe möglich, ohne alles Fahrbereit zu machen bzw. abzubauen.

Das haben wir 2006 das erste Mal getestet und waren rundum Glücklich. Hatten vorher noch Zweifel, deswegen haben wir uns ein kleines „gutes“ Zelt und ein großes günstiges gekauft. (Wollten nicht sofort richtig verausgaben, um hinterher doch das WoMo zu benutzen und zu sagen Zelten ist nichts für uns ;-) Aber das Gegenteil ist der Fall, also unserer treuen 210D Mercedes-Bus verkauft, wenn auch etwas traurig! 2008 dann auch ein ordentliches qualitatives großes Zelt in Holland gekauft. Denn alle Holländer ohne Anhänger haben ein Zelt im Kofferraum, und das sind um einige mehr las mit einem Wohnwagen ;-)

+ Juni 2001 per WoMo Schweden auf der Flucht vor dem Regen bis nach Norwegen hoch.(die Flucht ist nicht gelungen!) (4365 Km)
+ April 2002 per WoMo Italien / Toskana (3746 Km)
+ März 2003 Kalifornien USA per Busrundreise & Hotels (also kein Camping ;-( und im nach hinein der schlimmste Pauschalurlaub, den wir je gemacht haben!
+ April/Mai 2004 per WoMo Kroatien / Italien (4239 Km)
+ Juni 2005 per WoMo + Fahrrad Südtirol (Kaltern) / Österreich (Zell am See / Salzburg) (2289 Km)
+ Juni 2006 per Auto + Zelt + Fahrrad Italien (Talamone/Lago Maggiore/Bodensee) (2230 Km)
+ Juni 2007 per Fahrrad + Zelt Rhein hoch von Köln zum Bodensee / Juni 2007 per Auto + Zelt + Fahrrad Bodensee – Südtirol (Kaltern) – Österreich (Kärnten/Salzburg)
+ Juni 2008 per Auto + Zelt + Fahrrad Südtirol (Seiser Alm)- Südfrankreich (Antibes + St. Tropez) Reisebericht bereits Online
+ Juni 2009 Radreise Bonn - Salzburg - Rosenheim per Fahrrad + Zelt
+ September/ Oktober 2009 Südfrankreich per Auto + Zelt + Fahrrad (Collioure (Cote Vermeille Südfrankreich Pyrenees Orientales / Katalanien))
+ Juni 2010 Radreise - Köln - Prag - Dresden per Fahrrad + Zelt
Jetzt muss ich nur noch die restlichen Reiseberichte schreiben.

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