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18 März 2009

Tag 3 von 8 Radreise Rhein 2007 Oppenheim - Speyer

Es hat die Nacht durchgeregnet, aber kaum bin ich aufgestanden, ist der Regen zu Ende. Das Gelände ist ziemlich schlammig, also das Zelt abgebaut und los. Ohne Campingplatz halt keine Gelegenheit für die richtige Morgentoilette, aber ich wollte ja das Abenteuer, und immerhin war die Übernachtung umsonst:-)

Weiter geht’s. Viel Deich, viel Schotter, teilweise sehr tiefer Boden. Mit vollen Gepäck anders als sonst! Aber ich wurde angenehm besänftigt. Bin fast 2 km durch Hunderte von Schmetterligen gefahren. Der ganze Weg war voll mit Faltern, die sich in der Sonne auf dem Weg niedergelassen hatten. Zumindest, bis ich mit meinem Panzer kam.

Der Plan ist irgendwo ein gutes Frühstück! Klappt leider nicht. Irgendwann kam ein Dorf, wo ich zumindest ein belegtes Brötchen und eine Bildzeitung kaufen konnte. Kurz vor Worms also gefrühstückt, eher schon ein Mittagessen und die Bild gelesen.

Kleine Sünden bestrafft der liebe Gott sofort, hinter Worms war plötzlich Schluss mit lustig. Richtig heftige Schmerzen im Knie. Unglaublich so etwas hatte ich noch nie. Will eine Bank oder ein schönes nettes Cafe etc, aber NIX. Absolut Nichts nur Deich, Sonne und tierische Schmerzen. Eine echte Quälerei, viele kleine Pausen, Schiebepassagen. Dank der Klickies bin ich teilweise rambomäßig mit einem Bein gefahren. Mir begegnet ein Schild mit einer Richtungsangabe zu einem Campingplatz. Hoffnung! Bin bereit den Tag vorzeitig zu beenden, und in Ruhe die Sachen zu trocknen und das Bein zu entspannen. Aber leider ist dieser Camping Platz mal wieder COTTO PRIVADO. Toll, 1,5 Stunden für den A...... Quäle mich also weiter zurück auf die alte Route. Das Bein hat sich wieder etwas eingekriegt. Noch mal fürs Protokoll, hatte noch nie solche Schmerzen gehabt. Hätte nicht gedacht das sich das wieder halbwegs entspannt. Also jetzt zu einem Campingplatz, der in der Bikeline-Karte eingezeichnet ist. Und wieder COTTO PRIVADO!!!! Unglaublich! Hätte ich jetzt einen von den Bikeline Jungs vor mir gehabt, dann … , aber egal! Dieses Bundesland wird mich als Tourist nicht wieder sehen! Also weiter, in Speyer eine Apotheke angefahren und entsprechend versorgt.

Der nächste eingezeichnete Campingplatz ist relativ weit weg, und wer weiß ob der offen hat. Obwohl ich Speyer schon fast hinter mir gelassen hatte, habe ich zweifel und frage ein älteres Pärchen auf Fahrrädern nach einer günstigen Übernachtungsmöglichkeit. Die haben mich dann zurück in Richtung Jugendherberge gelotst. Wunderbar, aber hier war leider nichts mehr frei. Hätte gedacht in der Nebensaison wäre das kein Thema, aber getäuscht. Haben mich dann an eine kirchliche Pension in ein Kloster in Speyer vermittelt. Hier habe ich dann eingescheckt für 48,- inkl. Frühstück. Eigentlich relativ günstig für Stadtmitte, aber kam mir gefühlt nach den letzten beiden Tagen sehr teuer vor ;-) Eine ordentliche Dusche und eine eigene Fergie sind auch was Feines. Nachdem ich mich und meine Klamotten also einer ordentlichen Reinigung unterzogen habe, ab ins wirklich schöne Städtchen Speyer. Das Wetter spielte mit und ich konnte in einem kleinen Restaurant draußen nett Essen. Meine erste Maultasche und noch etwas mit Spätzle. Mann will ja die heimische Küche genießen. Schließlich komme ich ja aufgrund der Campingplatz-Privatisierung nicht mehr in dieses Bundesland Bin nachtragend ;-) Nach Hause telefoniert und mit den Schmerzen angegeben.

Was ein Tag, bin, erschöpft und zufrieden im Bett eingeschlafen, denn dem Knie geht’s gut, und ich werde morgen weiter fahren. Hatte echte Angst gehabt, dass ich mich übernommen hätte und abrechen müsste!

Tageskilometer: 114 km
Sattelstunden: 7:33 Std. / ds km: 15 km/h

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